Sennelager

Kurzportrait

In den Ortslagen Sennelager und Schloß Neuhaus befindet sich der überwiegende Teil der militärischen Liegenschaften, sowohl von der Anzahl her wie auch bezüglich der Flächengrößen.
Die Normandy Kaserne ist mit insgesamt ca. 250 ha Größe das maßgeblich prägende Element des Ortsteils Sennelager und erstreckt sich auf einer Länge von ca. einem Kilometer östlich entlang der Haupterschließungsstraße „Bielefelder Straße“.
Zwischen der Bielefelder Straße und dem Bahnhof Sennelager bzw. den Bahngleisen gibt es ein nordsüdlich ausgedehntes Mischgebiet mit Einzelhandel, Wohnen und kleingewerblicher Nutzung.
Sennelager hat derzeit ca. 5.975 Einwohner (Stand Juni 2018); zuzüglich der britischen Soldaten und deren Angehörigen. Von den insgesamt 1.799 Wohngebäuden (Stand Dezember 2017) mit 2.877 Wohnungen in Sennelager sind 826 Wohnungen für die Briten angemietet oder im Besitz der BImA. Somit sind rund 1/3 der Wohnungen in Sennelager von den Briten bewohnt. Ein Abzug der Briten würde Sennelager vor eine große Herausforderung stellen.
Für die Normandy und Athlone Kaserne sowie den angrenzenden Truppenübungsplatz Senne wurde am 13. Juli 2018 allerdings die weitere Nutzung der Flächen angekündigt. Die Standorte werden daher nicht von den Briten freigezogen, sondern 200 Soldaten der britischen Armee werden mit ihren Familien weiterhin am Standort Paderborn verbleiben. Daher werden auch in Zukunft 600 bis 700 Briten im Stadtteil Schloß Neuhaus wohnen bleiben und somit eine große Anzahl der Wohneinheiten weiter nutzen.

Identität und aktuelle Situation

Sennelager lebt seit über einem Jahrhundert sehr gut von und mit dem Militär. Durch eine Aufgabe der Kasernenstandorte wäre dies nicht mehr gegeben. Die ideelle und lebensweltliche Mitte für viele würde sich ändern. Der Verlust hätte jedoch zugleich eine Chance für Sennelager sein können, seine zweifelsohne vorhandenen Begabungen und naturräumlichen Qualitäten, abseits der militärischen Nutzung, herauszuarbeiten und zu stärken. Sennelager hätte sich sozusagen selber neu erfinden müssen.
Bereits heute sind erste Entwicklungen im Stadtbild, insbesondere entlang der Bielefelder Straße und im Bahnhofsumfeld augenfällig: Diese Tendenzen könnten sich, auch ohne den Abzug der britischen Armee, verstärken und Auswirkungen auf die stadt- und sozialräumliche Struktur Sennelagers haben. Um diese mögliche Abwärtsbewegung zu unterbrechen, ist ein breit angelegter öffentlicher Diskurs, auch mit den Haupteigentümern der britisch genutzten Wohnungen, über die Zukunft von Sennelager wünschenswert.

Städtebauliche Situation

Die aktuelle Situation entlang der Bielefelder Straße ist durch die einseitig angebaute Kasernennutzung geprägt. In direkter Nachbarschaft zur Kasernenanlage Normandy befindet sich die Panzerverladung am Haltepunkt Sennelager, die große versiegelte und unversiegelte Flächen umfasst. Von der genehmigten Panzerverladung gehen Lärmemissionen aus, die eine gewerbliche oder wohnbauliche Nutzung im Umfeld planungsrechtlich erschweren, wenn nicht gar verhindern könnten.

Perspektiven

Rund 200 Soldaten der britischen Armee werden mit ihren Familienangehörigen am Standort Paderborn verbleiben. Darüber hinaus werden temporär britische Truppen vor Ort sein und den Truppenübungsplatz Senne weiter nutzen. Daher werden auch in Zukunft 600 bis 700 Briten im Stadtteil Schloß Neuhaus wohnen bleiben und somit eine große Anzahl der Wohneinheiten weiter nutzen.
Für den anstehenden Stadterneuerungsprozess in Sennelager ist somit ebenfalls klar, unter welchen Rahmenbedingungen die nächsten planerischen Schritte durchgeführt werden können. Die Kasernenfläche steht bis auf weiteres nicht für eine städtebauliche Neuausrichtung von Sennelager zur Verfügung. Noch nicht fest steht dagegen, welche und wie viele der Wohnungsbestände von den Briten in Sennelager weitergenutzt werden.
Der Fokus wird somit auf den Bereichen entlang der Bielefelder Straße und im Bereich Lahrkampstraße/ Am Heilandsfrieden liegen. In den sogenannten, Vorbereitenden Untersuchungen (nach § 136ff BauGB) war der Verbleib einer militärischen Nutzung der Senne und der Normandy Kaserne als Variante gleichberechtigt mitbetrachtet worden.
Die Ende Juni den betroffenen Eigentümern und der Steuerungsgruppe Konversion vorgestellten nächsten Schritte können vorbereitet werden. Ziel ist es, für Teilbereiche entlang der Bielefelder Straße und im Bereich Lahrkampstraße/ Am Heilandsfrieden durch die Ausweisung eines sog. Sanierungsgebietes im vereinfachten Verfahren eine Grundlage zu schaffen, um den Eigentümern, die eine Aufwertung ihrer Immobilien (z.B. energetische Sanierung, Schaffung von barrierefreiem Wohnraum etc.) anstreben, Möglichkeiten der steuerlichen Abschreibung ihrer Aufwendungen zu eröffnen.
Parallel wird zudem geprüft, welche Ziele und Möglichkeiten ein ergänzendes Stadtentwicklungskonzept für Sennelager und/ oder die Anpassung der bestehenden Bebauungspläne bieten können.

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