Alanbrooke

Kurzportrait

Planung:

Die Stadt Paderborn hat 2019 die Konversionsfläche der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne mit ca. 18 ha von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben.
Im Alanbrooke Quartier soll entlang einer zentralen Nord-Süd Grünachse ein urbanes Stadtquartier mit rund 800 Wohneinheiten (WE), überwiegend im Geschosswohnungsbau, mit gewerblichen Büro- und Dienstleistungsnutzungen, einer Kita und einer belebten Erdgeschosszone entstehen. Rund 30 % der Wohnungen werden als preisgebundene Wohnungen (Theodor-Heuß-Straße, Erzberger Straße) errichtet. Darüber hinaus wird es gewerbliche Entwicklungsflächen im Osten (Giefersstraße) und an der Erzberger Straße (nordwestlich) geben.
Prägend für das neue Stadtquartier ist das Denkmalensemble im Norden der Fläche. 11 Gebäude, der ehem. Exerzierplatz und die historische Einfriedung sind hier schutzwürdig. Die Zaunanlage darf jedoch an den historischen Eingängen geöffnet und auch der nachträglich umgebaute Eingangsbereich an der Elsener Straße mit den grünen Metalltoren darf entfernt werden. Die denkmalgeschützten Gebäude an der Giefersstraße werden zum Wohnen umgenutzt.
Die Stadt Paderborn möchte zudem ein Kreativ- und Kulturquartier entwickeln. Aufgrund seiner innerstädtischen Lage ist das Alanbrooke-Quartier zum einen für ein urbanes Wohnen, als auch für die Ansiedlung von kleinteiligem Gewerbe und kreativen Dienstleistungen prädestiniert. Hierzu sollen mehrere denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Alanbrooke Kaserne zu einem Zentrum für Kreativ- und Kulturwirtschaft entwickelt werden. Dafür geeignet erscheinen zunächst zwei der denkmalgeschützten Blöcke an der Elsener Straße (Block 2 ehem. Unteroffizierscasino, Block 3 ehem. Mannschaftsunterkunft). Eine Erweiterung um weitere denkmalgeschützte Blöcke entlang der Elsener Straße wäre denkbar.
Als Grundlage für eine politische Entscheidung zum Kreativ- und Kulturquartier Alanbrooke bedarf es zunächst eines Nutzungs- und Betriebskonzeptes sowie eines Kostenplanes.
Am 25.06.20 wurden die Ergebnisse zur Erstellung des Nutzungs- und Betriebskonzeptes für das Kreativquartier-Alanbrooke im Rat vorgestellt. Der Rat stimmte zu, dass bei der weiteren Entwicklung des Alanbrooke Quartiers die Rahmenbedingungen für das Teilquartier E (Denkmalbereich) so gesetzt werden, dass sie die Entwicklung eines Kreativquartiers unterstützen. Außerdem beschloss der Rat, dass diese Rahmenbedingungen in das entsprechende Investorenauswahlverfahren für das Teilquartier E aufgenommen werden.
Die Auslobung für das Denkmalquartier soll voraussichtlich Anfang 2021 der Politik vorgelegt und beschlossen werden. Die Baufelder des Denkmalbestandes (Teilquartier E) sollen anschließend im Wege eines mehrstufigen Investorenauswahlverfahrens vergeben werden.
Die Erschließung der denkmalgeschützten Gebäude wurde bereits im Sommer 2020 abgeschlossen.
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Baufortschritt:

Bereits im Vorfeld haben auf der Fläche umfangreiche Untersuchungen und Arbeiten stattgefunden. Sichtbar sind dort vor allem die archäologischen Grabungen, die keine auffälligen Befunde ergeben haben. Auch in der Umgebung hat es bereits Veränderungen gegeben. So wurden die Kreuzungsbereiche Erzberger-Elsener Straße und Giefersstraße-Rathenaustraße bereits umgebaut.
Unsichtbar, aber nicht weniger wichtig waren die umfangreichen Untersuchungen zu Schadstoffen und Verunreinigungen des Bodens. Auf Basis der umfangreichen Untersuchungen konnte eine sehr detaillierte Ausschreibung der Leistungen erfolgen. Die Abrissarbeiten haben Ende Oktober 2019 begonnen. Die Rückbauarbeiten erfolgten parallel im Norden (nicht denkmalgeschützte Gebäude: z.B. Turnhalle) und im Süden (Theodor-Heuß-Straße), um die Rückbauzeit zu optimieren und frühzeitig erste Baufelder für die Vermarktung und Bebauung zur Verfügung stellen zu können. Durch die Einrichtung einer Baustellenzufahrt in Richtung Elsener Straße wird der Baustellenverkehr auf der Erzberger Straße reduziert. Die Rückbauarbeiten im Bereich der Erzberger Straße wurden bereits im Juni abgeschlossen. Im Anschluss werden die verbleibenden Gebäude im mittleren Teil des Geländes abgebrochen. Parallel arbeiten die Bagger bereits im Bereich der Theodor-Heuß-Straße, um das Grundplanum für die Erschließungsarbeiten zu erstellen.
Die Rückbauarbeiten sollen bis Mitte 2021 abgeschlossen sein.
Um insbesondere die denkmalgeschützten Gebäude frühzeitig vermarkten und umbauen zu können, haben die Erschließungsarbeiten (neuer Kanal im Trennsystem, Baustraße) im Denkmalbereich bereits im September 2019 begonnen und laufen parallel zu den Rückbauarbeiten weiter.
In der ehemaligen Kantine ist ein Baubüro eingerichtet worden, in dem Bürger bei Problemen und Fragen immer mittwochs von 8- 9 Uhr morgens vor der Baubesprechung einen Ansprechpartner finden. Außerdem bietet die Stadt regelmäßig Baustellenführungen an und auch die Baustellenkommunikatorin der Stadt Paderborn, Lea Giesen, steht den Anwohnerinnen und Anwohnern, aber auch den Bürgerinnen und Bürgern unter l.giesen@paderborn.de oder der Telefonnummer 05251-88-12787 zur Verfügung.
Um zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus beizutragen, bleibt das offene Baubüro bis auf weiteres geschlossen. Vorerst wird es daher auch keine Baustellenführungen mehr über das Gelände geben. Interessierte können den Fortschritt der Bauarbeiten über die neue Webcam beobachten.
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Quartiershandbuch - Grundstücksvergabe:

Ein sogenanntes Quartiershandbuch wurde erarbeitet. Dieses besteht aus fünf inhaltlichen Bausteinen (Gestaltungshandbuch, Vergabekonzept, Energiekonzept, Mobilitätskonzept und Soziale Aspekte) und soll den Planern und Investoren als Grundlage dienen. Die Empfehlungen und Festlegungen des Gestaltungshandbuches stellen einen Rahmen bzw. einen Katalog dar, der den Qualitätsanspruch an das neu zu entwickelnde Quartier ausdrückt. Das Quartiershandbuch wurde im Januar 2020 vorgestellt und durch die Politik beschlossen.
Weitere Informationen: https://www.paderborner-konversion.de/meldung/rat-beschliesst-quartiersh...

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Bebauungsplanverfahren:

Auf Grundlage des Rahmenplans zum Alanbrooke-Quartier wird der Bebauungsplan erarbeitet. Den Bebauungsplan und die direkten Ansprechpartner finden Sie im Bauleitplanungsportal der Stadt Paderborn. Der Beschluss für die zweite Offenlage soll am 07.10.2020 gefasst werden und im Anschluss wird der Bebauungsplan erneut für 30 Tage offengelegt.
Der Festsetzungsbeschluss der 140. Änderung des Flächennutzungsplans „Alanbrooke/westliche Rathenaustraße“ erfolgte bereits durch den Rat am 27.08.2020.

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Wettbewerbsverfahren „Wohnungsbau der WGP im Alanbrooke Quartier“:

Im Juni 2020 fand die Jurysitzung zum Architektenwettbewerb statt, der von der städtischen Wohnungsgesellschaft ausgelobt wurde. Die Wohnungsgesellschaft (WGP) plant die Realisierung von ca. 280 Wohneinheiten auf sechs Baufeldern. Hauptaugenmerk gilt dabei dem geförderten Wohnungsbau. Die Jury entschied sich in dem Wettbewerbsverfahren für Entwürfe, die die hohen städtebaulichen Anforderungen in Einklang bringen. Hierbei wurden zwei 2. Plätze und zwei 3. Plätze sowie eine Anerkennung vergeben. Mit den vier Gewinnern wird die WGP nunmehr in ein Verhandlungsverfahren eintreten, um die Vergabe der Planungsaufträge vorzubereiten. Geplant ist der Abschluss des Verfahrens im IV Quartal 2020.
Weitere Informationen: https://www.paderborner-konversion.de/meldung/vier-planungsbueros-gewinn...

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Offenes Investorenauswahlverfahren mit Präqualifikation für das Teilquartier A und E:

In diesem Investorenauswahlverfahren sollen für die Grundstücke des Teilquartiers A der ehemaligen Kaserne Alanbrooke zukünftige, nachhaltige und innovative Planungskonzepte erarbeitet und finanzstarke Partner gefunden werden. Ziel des Verfahrens ist, transparent und zielgerichtet potenzielle Käufer mit einer entsprechenden Planung, sowie einem angemessenen Kaufpreis für die Grundstücke zu gewinnen. Teilnahmeberechtigt sind Investoren bzw. Arbeitsgemeinschaften, die gemäß den ausgelobten Kriterien in den letzten drei Jahren vergleichbare anspruchsvolle Referenzprojekte von vergleichbaren Wohnbauprojekten realisiert haben.
Weitere Informationen: https://www.paderborner-konversion.de/meldung/offenes-investorenauswahlv...

Erstinformationen zum Verfahren Teilquartier E
https://www.dreso.com/iav-alanbrooke-teilquartier-E

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Informationsreihe zu Bau- und Wohngruppenprojekten:

Im neuen Alanbrooke Quartier sollen Wohnprojekte zugunsten selbstorganisierter Baugruppen oder Projektgenossenschaften unterstützt werden. Auf dem neu geplanten Baufeld 15 im östlichen Bereich des Quartiers, sollen zwei viergeschossige Punkthäuser entstehen, die grundsätzlich für Baugruppen in Frage kommen. Vielfältige Wohnmodelle sind hier möglich. Um zunächst das Interesse in Paderborn an Baugruppenprojekten zu ermitteln, führte die Stadt Informationsveranstaltungen zu dem Thema durch. Die Veranstaltung sollte potentielle Interessenten umfassend in das Thema Bau- und Wohngruppenprojekte einführen.
Weitere Inforamationen: https://www.paderborner-konversion.de/meldung/informationsreihe-zu-bau-u...

Steckbrief

Lage: Elsener Straße 5
Größe: ca. 18 ha
Ziele:

  • Umnutzung von 11 denkmalgeschützte Gebäude (Wohnen und KreativwirtschaftsQuartier)
  • Zentraler öffentlicher Grünzug in Nord-Süd Richtung
  • Rd. 800 WE im Geschosswohnungsbau und Reihenhausbebauung
  • Rd. 30 % aller Wohnungen als preisgebundene Wohnungen
  • Öffnung der Fläche, Aufhebung der Barriere-Funktion im Stadtteil
  • integrierte innenstadtnahe Lage

Hintergrund

Der ehemalige Kasernenstandort Alanbrooke Barracks liegt im westlichen Teil der Paderborner Kernstadt (rd. 1,4 km von Stadtzentrum entfernt) und ist ca. 18 ha groß. Die Kaserne befindet sich am Rande des sogenannten Riemekeviertels und grenzt unmittelbar an die Elsener Straße, die Erzbergerstraße, die Theodor-Heuss-Straße und die Giefersstraße. Der Riemekepark und der Westfriedhof liegen in unmittelbarer Nähe.

Die militärische Nutzung der Fläche der heutigen Alanbrooke Barracks hat eine lange Historie. 1898 wurde auf den Flächen eine Infanteriekaserne in norddeutscher Backsteingotik erbaut. Die zum Großteil noch heute erhaltenen Gebäude sind ein charakteristisches Beispiel des historistischen Baustils. Der Standort wurde von den Briten als Infanterie- und Panzergrenadierkaserne genutzt. Charakteristisch für die Alanbrooke Kaserne sind die elf um den Exerzierplatz gruppierten, denkmalgeschützten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Davon sind vier Blöcke in ihrer Gesamtheit (Außenbau und Innengestalt) als Denkmal qualifiziert, die übrigen Gebäude sind in ihrem äußeren Erscheinungsbild und mit ihren Treppenhäusern denkmalgeschützt.

Die Kaserne wurde im September 2016 freigegeben und war damit die erste Kaserne in Paderborn, die vom britischen Militär aufgegeben wurde.

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