Alanbrooke

Kurzportrait

Der Kasernenstandort Alanbrooke Barracks liegt im westlichen Teil der Paderborner Kernstadt (rd. 1,4 km von Stadtzentrum entfernt) und ist ca. 18 ha groß. Die Kaserne befindet sich am Rande des sogenannten Riemekeviertels und grenzt unmittelbar an die Elsener Straße, die Erzbergerstraße, die Theodor-Heuss-Straße und die Giefersstraße. Der Riemekepark und der Westfriedhof liegen in unmittelbarer Nähe.
Die Kaserne wurde im September 2016 freigegeben und war damit die erste der fünf Kasernen, die vom britischen Militär aufgegeben wurde.
Im Jahr 2014 wurde für die Neuplanung der Fläche ein Strukturkonzept, das einen planerischen Rahmen für die weitere Entwicklung der Kasernenfläche bilden soll, erarbeitet. Dabei wurden mit Bürgern und Bürgerinnen der Stadt Paderborn in einem Werkstattverfahren im Sommer 2014 gemeinsam Ideen für das Areal gesammelt. Erstmalig vorgestellt wurde das Strukturkonzept im Dezember 2014. Offiziell beschlossen als Grundlage für einen folgenden städtebaulich freiraumplanerischen Wettbewerb wurde das überarbeitete Strukturkonzept im Juni 2016. So konnte am 14. Juli 2016 der Start des Wettbewerbsverfahrens für die Alanbrooke Kaserne erklärt werden. In der Zeit vom 02. Juli bis zum 31. Juli 2016 hatten interessierte Bürger und Bürgerinnen zudem die Möglichkeit sich an dem Online-Dialog zum Strukturkonzept Alanbrooke zu äußern und ihre Wünsche sowie Anregungen für den Wettbewerb mitzuteilen.
Am 14. Dezember 2016 würdigte das Preisgericht die eingereichten Arbeiten. Der 1. Preis ging dabei an ARQ – Architekten Rintz und Quack GmbH aus Berlin zusammen mit schoppe+partner freiraumplanung aus Hamburg. Besonderes Highlight des Entwurfs ist der großzügig gestaltete Freiraum mit eingebundenem Exerzierplatz als repräsentativer Freiraum des Geländes. Zudem wurde ein guter Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble im Norden des Gebietes erreicht, um somit die Geschichte des Standortes vermitteln zu können. Im Süden der Fläche entsteht ein ,neuer‘ Teil mit urbaner Dichte. Der Entwurf bietet eine gute Zonierung der verschiedenen Areale und reagiert dabei auf die Umgebungsstrukturen der Kasernenfläche, wodurch eine Integration der zuvor isolierten Fläche in den Stadtraum erreicht werden kann.
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Steckbrief

Lage: Elsener Straße 5
Größe: ca. 18 ha
Bestand und besondere Merkmale:

  • 90 Gebäude, davon 11 denkmalgeschützte Gebäude
  • ehemaliger Exerzierplatz im Norden
  • 1 Kantinengebäude mit Casino
  • Verwaltungsgebäude und Mannschaftsunterkünfte im Norden
  • Fahrzeughallen in der südlichen Hälfte
  • integrierte innenstadtnahe Lage

Hintergrund

Die militärische Nutzung der Fläche der heutigen Alanbrooke Barracks hat eine lange Historie. 1898 wurde auf den Flächen eine Infanteriekaserne in norddeutscher Backsteingotik erbaut. Die zum Großteil noch heute erhaltenen Gebäude sind ein charakteristisches Beispiel des historistischen Baustils. Der Standort wird von den Briten als Infanterie- und Panzergrenadierkaserne genutzt. Charakteristisch für die Alanbrooke Kaserne sind die elf um den Exerzierplatz gruppierten, denkmalgeschützten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Davon sind vier Blöcke in ihrer Gesamtheit (Außenbau und Innengestalt) als Denkmal qualifiziert, die übrigen Gebäude sind in ihrem äußeren Erscheinungsbild und mit ihren Treppenhäusern denkmalgeschützt. Der zentrale, nicht denkmalgeschützte Appellplatz ist aus städtebaulichen Gründen ein wesentlicher, erhaltenswerter Bestandteil der historischen Kasernenstruktur.

Berichte