Alanbrooke

Kurzportrait

Planung:
Im Alanbrooke Quartier soll entlang einer zentralen Nord-Süd Grünachse ein urbanes Stadtquartier mit rund 800 Wohneinheiten (WE), überwiegend im Geschosswohnungsbau, mit gewerblichen Büro- und Dienstleistungsnutzungen, einer Kita und einer belebten Erdgeschosszone entstehen. Rund 30 % der Wohnungen werden als preisgebundene Wohnungen (Theodor-Heuß-Straße, Erzberger Straße) errichtet. Darüber hinaus wird es gewerbliche Entwicklungsflächen im Osten (Giefersstraße) und an der Erzberger Straße (nordwestlich) geben.

Prägend für das neue Stadtquartier ist das Denkmalensemble im Norden der Fläche. 11 Gebäude, der ehem. Exerzierplatz und die historische Einfriedung sind hier schutzwürdig. Die Zaunanlage darf jedoch an den historischen Eingängen geöffnet und auch der nachträglich umgebaute Eingangsbereich an der Elsener Straße mit den grünen Metalltoren darf entfernt werden. Die denkmalgeschützten Gebäude an der Giefersstraße werden zum Wohnen umgenutzt.

Die Stadt Paderborn möchte zudem ein Kreativ- und Kulturquartier entwickeln. Aufgrund seiner innerstädtischen Lage ist das Alanbrooke-Quartier zum einen für ein urbanes Wohnen, als auch für die Ansiedlung von kleinteiligem Gewerbe und kreativen Dienstleistungen prädestiniert. Hierzu sollen mehrere denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Alanbrooke Kaserne zu einem Zentrum für Kreativ- und Kulturwirtschaft entwickelt werden. Dafür geeignet erscheinen zunächst zwei der denkmalgeschützten Blöcke an der Elsener Straße (Block 2 ehem. Unteroffizierscasino, Block 3 ehem. Mannschaftsunterkunft). Eine Erweiterung um weitere denkmalgeschützte Blöcke entlang der Elsener Straße wäre denkbar.

Als Grundlage für eine politische Entscheidung zum Kreativ- und Kulturquartier Alanbrooke bedarf es zunächst eines Nutzungs- und Betriebskonzeptes sowie eines Kostenplanes. Die Grundlagen werden derzeit durch ein extern beauftragtes Büro bearbeitet. Erste Ergebnisse der Untersuchung werden voraussichtlich Ende 2019 vorliegen und in den entsprechenden politischen Gremien vorgestellt.

Geplanter Bauablauf:
Bereits im Vorfeld haben auf der Fläche umfangreiche Untersuchungen und Arbeiten stattgefunden. Sichtbar sind dort vor allem die archäologischen Grabungen, die keine auffälligen Befunde ergeben haben. Auch in der Umgebung hat es bereits Veränderungen gegeben. So wurden die Kreuzungsbereiche Erzberger-Elsener Straße und Giefersstraße-Rathenaustraße bereits umgebaut.
Unsichtbar, aber nicht weniger wichtig waren die umfangreichen Untersuchungen zu Schadstoffen und Verunreinigungen des Bodens. Auf Basis der umfangreichen Untersuchungen konnte eine sehr detaillierte Ausschreibung der Leistungen erfolgen. Die Abrissarbeiten haben Ende Oktober begonnen. Die Rückbauarbeiten erfolgen parallel im Norden (nicht denkmalgeschützte Gebäude: z.B. Turnhalle) und im Süden (Theodor-Heuß-Straße) , um die Rückbauzeit zu optimieren und frühzeitig erste Baufelder für die Vermarktung und Bebauung zur Verfügung stellen zu können. Für die Abwicklung der Rückbaumaßnahme wird zudem eine neue temporäre Zufahrt neben der ehemaligen Kantine an der Erzberger Straße eingerichtet, über den der Baustellenverkehr abgewickelt wird. Die Rückbauarbeiten sollen bis Mitte 2021 abgeschlossen sein.

Um insbesondere die denkmalgeschützten Gebäude frühzeitig vermarkten und umbauen zu können, haben die Erschließungsarbeiten (neuer Kanal im Trennsystem, Baustraße) im Denkmalbereich bereits im September 2019 begonnen und laufen parallel zu den Rückbauarbeiten weiter.

Quartiershandbuch - Grundstücksvergabe:
Derzeit wird ein sogenanntes Quartiershandbuch erarbeitet. Dieses besteht aus fünf inhaltlichen Bausteinen (Gestaltungshandbuch, Vergabekonzept, Energiekonzept, Mobilitätskonzept und Soziale Aspekte) und soll den Planern und Investoren als Grundlage dienen. Das Quartiershandbuch soll voraussichtlich im Herbst vorgestellt und durch die Politik beschlossen werden.

Bebauungsplanverfahren:
Auf Grundlage des Rahmenplans zum Alanbrooke-Quartier wird der Bebauungsplan erarbeitet. Den Bebauungsplan und die direkten Ansprechpartner finden Sie im Bauleitplanungsportal der Stadt Paderborn. Die Offenlage soll voraussichtlich im November 2019 durchgeführt werden.

Steckbrief

Lage: Elsener Straße 5
Größe: ca. 18 ha
Ziele:

  • Umnutzung von 11 denkmalgeschützte Gebäude (Wohnen und KreativwirtschaftsQuartier)
  • Zentraler öffentlicher Grünzug in Nord-Süd Richtung
  • Rd. 800 WE im Geschosswohnungsbau und Reihenhausbebauung
  • Rd. 30 % aller Wohnungen als preisgebundene Wohnungen
  • Öffnung der Fläche, Aufhebung der Barriere-Funktion im Stadtteil
  • integrierte innenstadtnahe Lage

Hintergrund

Der ehemalige Kasernenstandort Alanbrooke Barracks liegt im westlichen Teil der Paderborner Kernstadt (rd. 1,4 km von Stadtzentrum entfernt) und ist ca. 18 ha groß. Die Kaserne befindet sich am Rande des sogenannten Riemekeviertels und grenzt unmittelbar an die Elsener Straße, die Erzbergerstraße, die Theodor-Heuss-Straße und die Giefersstraße. Der Riemekepark und der Westfriedhof liegen in unmittelbarer Nähe.

Die militärische Nutzung der Fläche der heutigen Alanbrooke Barracks hat eine lange Historie. 1898 wurde auf den Flächen eine Infanteriekaserne in norddeutscher Backsteingotik erbaut. Die zum Großteil noch heute erhaltenen Gebäude sind ein charakteristisches Beispiel des historistischen Baustils. Der Standort wurde von den Briten als Infanterie- und Panzergrenadierkaserne genutzt. Charakteristisch für die Alanbrooke Kaserne sind die elf um den Exerzierplatz gruppierten, denkmalgeschützten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Davon sind vier Blöcke in ihrer Gesamtheit (Außenbau und Innengestalt) als Denkmal qualifiziert, die übrigen Gebäude sind in ihrem äußeren Erscheinungsbild und mit ihren Treppenhäusern denkmalgeschützt.

Die Kaserne wurde im September 2016 freigegeben und war damit die erste Kasernen in Paderborn, die vom britischen Militär aufgegeben wurde.

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