Zeitlicher Bezug: 01.01.2019

Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten bei Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen im Sanierungsgebiet Sennelager

Sennelager Schrägluftbild

Sie sind Eigentümer oder Eigentümerin im festgesetzten „Sanierungsgebiet Sennelager " und wollen an Ihrem Gebäude Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen umsetzen? Nach der Bescheinigungsrichtlinie zur Anwendung der §§ 7h, 10f und § 11a des Einkommensteuergesetzes in NRW besteht für Sie die Möglichkeit finanzielle Vorteile zu erhalten. Dies geschieht durch steuerliche Abschreibung der Bau- und Planungskosten nach §§ 7h, 10f und 11a des Einkommensteuergesetzes.

Höhe der Abschreibungsbeträge

Nach §7h des Einkommensteuergesetzes können die steuerlich begünstigten Kosten ab dem Jahr der Herstellung, auf zwölf Jahre verteilt zu 100 % abgeschrieben werden (acht Jahre je 9 % und vier Jahre je 7 %). Bei Gebäuden, die vom Eigentümer selbst bewohnt werden, reduziert sich der Abschreibungsbetrag auf 90% (zehn Jahre je 9 % nach §10f EStG). Ob die Kosten für umgesetzte Baumaßnahmen erstattet werden, liegt im Ermessen des Finanzamtes.

Voraussetzungen für die steuerliche Abschreibung der Baumaßnamen

Um die Bescheinigung zur steuerlichen Abschreibung zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
> das Gebäude oder Gebäudeteile, die Eigentumswohnung oder im Teileigentum stehende Räume, müssen sich innerhalb eines förmlich festgelegten Sanierungsgebietes befinden
> durch die Maßnahmen werden Missstände beseitigt und/oder Mängel behoben;
die Maßnahmen entsprechen den Zielen und Zwecken der Sanierung u.a. zielgruppenspezifische Bereitstellung von Wohnraum und die energetische Sanierung des Gebäudebestandes im Sanierungsgebiet Sennelager
> die Maßnahmen werden aufgrund einer vor Baubeginn mit der Stadt Paderborn abgeschlossenen Vereinbarung durchgeführt
> die Arbeiten müssen während der Gültigkeit der Sanierungssatzung begonnen werden
> nach Abschluss der Baumaßnahmen sind die entstandenen Kosten durch die Originalrechnungen zu belegen (s.u.)
Welche Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sind bescheinigungsfähig?
Bescheinigungsfähig sind Baumaßnahmen, die den Kriterien des Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot (§ 177 BauGB) entsprechen. Auch können Maßnahmen, zu deren Durchführung sich der Eigentümer gegenüber der Gemeinde verpflichtet hat, abgeschrieben werden, sofern sie den vorgenannten Kriterien entsprechen. Baumaßnahmen, die der Erhaltung, Erneuerung und funktionsgerechten Verwendung eines Gebäudes dienen, das wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Bedeutung erhalten bleiben soll, können ebenfalls abgeschrieben werden.

Welche Aufwendungen sind nicht bescheinigungsfähig?

Maßnahmen, die nicht dem Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot entsprechen, können steuerlich nicht abgesetzt werden. Hierzu zählen u.a.:
- Maßnahmen, die vor Abschluss der Modernisierungs- bzw. Instandsetzungsvereinbarung mit der Stadt Paderborn begonnen wurden
- Maßnahmen, die abweichend von einer Genehmigung oder Erlaubnis oder ohne eine erforderliche Genehmigung oder Erlaubnis durchgeführt worden sind
- den Erwerb der Immobilie
- Neubauten, der Bau neuer Gebäudeteile zur Erweiterung der Nutzfläche
- die ausschließliche Optimierung der wirtschaftlichen Nutzung
- Luxusmodernisierungen
- Garagen/Carports, Parkplätze, Wäscheplätze, Müllbehälteranlagen, Zuwegung, Kinderspielplätze; Stellplätze außerhalb des Gebäudes
- Einbaumöbel und Einrichtungsgegenstände
- Aufzugsanlage, wenn der Neueinbau nebst Aufzugsanlage und Fahrstuhlschachtverkleidung baurechtlich nicht notwendig ist
- Außenanlagen
- Wiedererrichtung eines Gebäudes nach historischen Vorbild nach dem Abriss sowie der Wiederaufbau eines zerstörten Gebäudes oder Gebäudeteils
- Leistungen und Arbeiten, die unentgeltlich erbracht werden
- Werkzeug u.a.

Diese Auflistung ist keine abschließende Aufzählung.

Beantragungsverfahren der Bescheinigung

Das Verfahren beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme zwischen Eigentümer und einer Kontaktperson in der Bau- und Planungsberatung der Stadt Paderborn (Kontaktdetails s.u.). Während einer gemeinsamen Bestandsaufnahme vor Ort werden die Handlungsbedarfe festgestellt, auf deren Grundlage der Bauherr die Baumaßnahmen entwickelt. Im nächsten Schritt wird eine Modernisierungs- und Instandsetzungsvereinbarung zwischen dem Eigentümer und der Stadt Paderborn ab-geschlossen. Hierfür braucht der Eigentümer Baubeschreibungen, Entwurfspläne und eine Kostenschätzung nach DIN 276 der geplanten Maßnahmen und einen Eigentumsnachweis. In der Vereinbarung werden die Baumaßnahmen festgelegt, die später in der steuerliche. Bescheinigung bestätigt werden. Nach Abschluss der Vereinbarung darf mit der Umsetzung der Baumaßnahmen begonnen werden. Sind diese beendet, stellt der Eigentümer einen schriftlichen Antrag auf die steuerliche Bescheinigung (siehe unten). Kann die Stadt Paderborn nach einer Prüfung, ggf. mit einem Vor-Ort-Termin, die Umsetzung aller vereinbarten Maßnahmen bestätigen, wird die steuerliche Bescheinigung ausgestellt. Diese reicht der Eigentümer mit seiner Steuererklärung beim Finanzamt ein. Nach eigenem Ermessen entscheidet das Finanzamt über die Höhe der Steuererstattung.

Diese Information stellt eine Einführung dar, für die keine Haftung übernommen wird. Einzelheiten sind mit ihrem Steuerberater und / oder mit ihrem Sachbearbeiter beim Finanzamt zu klären.

Kontakt bei der Stadt Paderborn:

Stadtplanungsamt
Planungs- und Bauberatung
Tel.. +49 (0) 5251 88 2355
Mail: martin.jursza@paderborn.de

Complan Kommunalberatung
Tel.: +49(0)52132961010
Mail: Caroline.uhlig@complangmbh.de