Zeitlicher Bezug: 31.08.20417

Ratsmitglieder und Verwaltung informieren sich über erfolgreiche Konversionsprojekte in Mannheim und Trier

Exkursionsteilnehmer auf dem Petrisberg in Trier

In Mannheim waren seit Ende des zweiten Weltkrieges die US-amerikanischen Streitkräfte stationiert und wurden seit 2007 nach und nach freigezogen. Mit der Turley Kaserne ist in Innenstadtnähe eine rund 13 ha große Kaserne aufgegeben worden, die große Parallelen zur Paderborner Alanbrooke Kaserne aufweist. Die ehemalige Kasernenanlage besteht aus 15 Sandsteinbauten, die zwischen 1899 und 1901 errichtet wurden. Die unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Kasernengebäude gruppieren sich um einen zentral gelegenen, begrünten Kasernenhof. Im Rahmen der Konversion dieser Fläche wurden diese historischen Gebäude zu einem Stadtquartier mit Wohn-, Dienstleistungs- und Kulturnutzung umgewandelt. Zusätzlich dazu entsteht auf einem weiteren Teilstück der Kaserne ein neues, urbanes Wohngebiet.

Mit der Benjamin Franklin Village wird in Mannheim eine rund 144 ha große Kasernenfläche nachgenutzt. Die Benjamin Franklin Village war einst die größte Wohnsiedlung der US Streitkräfte im Bundesgebiet. Das Nachnutzungskonzept sieht ein eigenständiges Stadtviertel für Wohnen, Arbeiten und Leben vor. Ziel ist es, ein neues, sozial und kulturell durchmischtes Wohnquartier mit neuer, aber auch bestehender sanierter und modernisierter Bausubstanz zu schaffen. Auf dieser Fläche werden attraktive und bezahlbare Wohnflächen in unterschiedlichen Lagen und Größen, aber auch freistehende Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und gemeinschaftliche Bauprojekte entstehen. Restaurants, Büros, Handwerksbetriebe, moderne Ateliers und Wohngruppen mitten im Zentrum werden für ein lebendiges Umfeld sorgen.

In Mannheim standen Herr Klaus-Jürgen Ammer aus dem Stadtplanungsamt Mannheim, Herr Dr. Hummel, ehemaliger Geschäftsführer der MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH sowie Herr Bock, Tom Bock Group, mit Hintergrundinformation zum Konversionsprozess sowie für Fragen der interessierten Paderborner Politik zur Verfügung.

Der zweite Exkursionstag widmete sich den Konversionsflächen der Stadt Trier. Nach einer Einführung zur Geschichte des Konversionsprozesses durch den ehemaligen Baudezernenten der Stadt Herrn Dietze und den Stellv. Leiter des Stadtplanungsamtes Herrn Leist, erläuterte der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Petrisberg (EGP), Herr Becker, die Rahmenbedingungen zur Entwicklung der Nachnutzung und stellte diese in einem Rundgang über den Petrisberg vor. Auch auf dieser Kaserne war die Nachnutzung historischer Gebäude ein Thema. Auf insgesamt 75 ha entstanden hier ein neuer Wissenschaftspark, Gewerbenutzung mit einem Schwerpunkt in der Medizintechnik sowie Wohnnutzung im Geschosswohnungsbau und Einfamilienhäusern. Besonderheit des Petrisbergs ist das angrenzende Landesgartenschaugelände.

Mit der Besichtigung der Konversionsfläche Castelnau in Trier fand die Exkursion ihren Abschluss. Auch auf dieser Fläche entstehen Wohnnutzungen in einer interessanten Mischung aus modernen Einfamilienhäusern und im Bestand realisierten, geförderten Geschosswohnungsbau.

Beide Städte haben sich bereits mit Fragestellungen, die für Paderborn aktuell sind, wie z.B. Umnutzung denkmalgeschützter Bausubstanz zu Wohn- oder Gewerbegebäuden, Erstzugriff und Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, auseinandergesetzt und konnten zahlreiche Impulse an die Paderborner Exkursionsteilnehmer und Auskunft zu den vielfältigen Fragen der Teilnehmer geben.