Zeitlicher Bezug: 1542236400

Rat gibt grünes Licht für Ankauf der Alanbrooke Kaserne

Denkmalgeschützter Bereich der Alanbrooke Kaserne

Im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Paderborner Stadtrates hat die Verwaltung jetzt grünes Licht seitens der Politik für den Ankauf des Areals der Alanbrooke Kaserne bekommen. Der Kauf des 18 Hektar großen Geländes soll über einen Nachtragshaushalt finanziert werden. Geplant ist zwischen Elsener Straße und Riemekestraße sowie Rathenaustraße und Erzbergerstraße ein neues urbanes Quartier mit rund 800 Wohneinheiten, einer Kita und Flächen für Büronutzungen sowie wohnverträgliches Gewerbe.
Zuvor hatte sich auch die Steuerungsgruppe Konversion mit diesem Thema befasst. Der Ankauf des Kasernengeländes von der Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), soll zu Beginn des nächsten Jahres vollzogen werden. Die Übergabe der Grundstücke erfolgt, nachdem der Rat sowie der Haushaltsausschuss des Bundestages den Verträgen zugestimmt haben; wahrscheinlich in der ersten Jahreshälfte 2019. Der abschließende Kaufpreis - der aufgrund der Anwendung der Verbilligungsrichtlinie für den geförderten Wohnungsbau und die Kita unter dem gutachterlich festgestellten Verkehrswert liegen wird - steht noch nicht fest. Hierüber wird derzeit noch zwischen Stadt und der BImA – ebenso wie über weitere kaufvertragliche Regelungen - verhandelt. BImA und Stadt haben sich darüber verständigt, über den konkreten Kaufpreis Stillschweigen zu bewahren.
Der 14,25 Millionen Euro schwere Nachtragshaushalt umfasst im Wesentlichen die Kosten für den Ankauf der ehemaligen Kaserne. Neben dem eigentlichen Kaufpreis sind auch die Nebenkosten wie die Grunderwerbssteuer, Notar- und Gerichtskosten sowie Kosten für juristische Beratung vorgesehen. Die Entwicklungskosten für die ehemalige Kaserne inklusive des Ankaufs werden nach Schätzungen der Stadt gut 30 Mio. Euro betragen. Die Kosten sollen jedoch über den Verkauf der Grundstücke dann später refinanziert werden.
Für die Wertermittlung der Alanbrooke Kaserne haben Stadt und Bundesanstalt in einem kooperativen Verfahren gemeinsam einen Gutachter beauftragt. Die Arbeitsgrundlage des Gutachters bestand aus einer Vielzahl von durch die Stadt und die BImA übergebenen Unterlagen, wie beispielsweise dem Rahmenplan des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs, verschiedenen Gutachten oder den Bedarfen und Kostenermittlungen der Fachämter. Mit der Ortsbesichtigung der Alanbrooke Kaserne am 17. Januar 2018 zusammen mit dem Wertgutachter wurde gleichzeitig der sogenannte Wertermittlungsstichtag festgelegt. Beim Wertermittlungsstichtag handelt es sich um das Datum, für den der Markt- beziehungsweise Verkehrswert einer Immobilie oder Liegenschaft durch ein Wertgutachten erfasst und dokumentiert wird.
Seit 2016 – mit Beschluss über das Strukturkonzept – stehen die Pläne der Stadt Paderborn, auf der ehemaligen Alanbrooke Kaserne ein urbanes Quartier zu schaffen.
Bereits im Juni 2017 hat der Rat der Stadt Paderborn mit Ziehung der so genannten Erstzugriffsoption grundsätzliches Interesse an einem Erwerb der Alanbrooke bekundet. Beabsichtigtes Ziel der Stadt war ein Erwerb der Fläche zur Erfüllung von Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge zur Sicherstellung des örtlichen Verkehrs, nebst Straßen- und Wegebau, dem Wohnungsbau, der örtlichen Kulturpflege, sozialer Einrichtungen, der Erhaltung ortsgeschichtlicher Denkmäler und Bauten sowie der Sicherstellung notwendiger Einrichtungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Fachämter der Stadt arbeiten mit Hochdruck an den Straßen-, Entwässerungs- und Freiraumplanungen. So kann zeitnah nach Erwerb mit dem Rückbau und der Freilegung der Flächen begonnen werden. Anschließend sollen zügig die Erschließungsarbeiten durchgeführt und die Grundstücke vermarktet werden.