Kreativ- und Kulturquartier Alanbrooke

Kreativ- und Kulturquartier Alanbrooke

Die Kreativ- und Kulturwirtschaft ist ein Wirtschaftssektor, der zu den wachstumsstärksten Branchen der Wirtschaft gehört. In Nordrhein-Westfalen ist dies eine Wachstums- und Schlüsselbranche, deren wirtschaftliche Bedeutung nicht von der Hand zu weisen ist. Rund 200.000 Erwerbstätige sind in diesem Wirtschaftszweig mit insgesamt 11 Teilbranchen tätig. Dazu zählen Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Architekturmarkt, Designwirtschaft, Pressemarkt, Werbemarkt und Software- und Games-Industrie.

Die Kreativ- und Kulturwirtschaft bietet Chancen für Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und Innovation. Zudem wird der Kreativwirtschaft auch eine wichtige Rolle als Standortfaktor zugeschrieben. Kreative Milieus tragen zur Attraktivität des Quartiers und nicht zuletzt zum Erfolg einer Stadt bei. Heutzutage sind kreative Quartiere ein strategischer Faktor nachhaltiger Stadtentwicklung. Die Entwicklung der ehemaligen Militärflächen bietet demnach große Chancen, um u.a. neuen Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung zu schaffen und neue attraktive Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen und Naherholung in das Stadtgefüge zu integrieren und so den Standort Paderborn nachhaltig zu attraktiveren und zu stärken.

Aufgrund ihrer innerstädtischen Lage ist die Alanbrooke Kaserne zum einen für ein urbanes Wohnen, als auch für die Ansiedlung von kleinteiligem Gewerbe und kreativen Dienstleistungen prädestiniert. Es soll eine lebendige Mischung aus Wohnen und kreativem Arbeiten verbunden mit kulturellen Nutzungen entstehen.

Hierzu sollen mehrere denkmalgeschützte Gebäude der Alanbrooke Kaserne zu einem Zentrum für Kreativ- und Kulturwirtschaft entwickelt werden. Dafür geeignet erscheinen zunächst zwei der denkmalgeschützten Blöcke an der Elsener Straße (Block 2 ehem. Unteroffizierscasino, Block 3 ehem. Mannschaftsunterkunft). Eine Erweiterung um weitere denkmalgeschützte Blöcke entlang der Elsener Straße wäre denkbar. Diese liegen verkehrsgünstig und gut erreichbar an der Elsener Straße bzw. entlang der neuen inneren Erschließung des nördlichen Teils der ehemaligen Kaserne. Das Zentrum für Kreativ- und Kulturwirtschaft soll sich durch die Verbindung von Unternehmen, kulturellen Vereinen und Bildungsinstitutionen auszeichnen. Räume für Veranstaltungen, Ausstellungen und Konferenzen sollen den Austausch und die Partizipation der Stadt(teil)gesellschaft ermöglichen. Ein gastronomisches Angebot, das konzeptionell angebunden ist, soll zudem zur hohen Aufenthaltsqualität beitragen. Eine Ausstellung zur Geschichte der Alanbrooke Kaserne könnte zur Auseinandersetzung mit dem historischen Ort anregen.

Die ehemalige Kaserne soll durch das Quartier für Kreativwirtschaft, Kunst und Kultur zu einem kulturellen und kommunikativen Ort wachsen. Die denkmalgeschützten Gebäude bieten den Unternehmen der Kreativwirtschaft einen attraktiven Raum und eröffnen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Außenwahrnehmung Paderborns als innovativer Standort für Unternehmen der Kreativwirtschaft wird so gestärkt. Die Akteure der Kreativ- und Kulturszene erhalten einen Gestaltungsraum, der kreative Prozesse in Gang setzt und eng verzahnt ist mit Angeboten der Kultur.

Als Grundlage für eine politische Entscheidung zum Kreativ- und Kulturquartier Alanbrooke bedarf es zunächst eines Nutzungs- und Betriebskonzeptes sowie eines Kostenplanes. Die Grundlagen werden derzeit durch ein extern beauftragtes Büro bearbeitet. Erste Ergebnisse der Untersuchung werden voraussichtlich Ende 2019 vorliegen und in den entsprechenden politischen Gremien vorgestellt.