Zeitlicher Bezug: 09.10.2019

Alanbrooke Kaserne - Sonderfall Block 13

Alanbrooke Quartier - Gebäude 13

Auf der Südseite des ehemaligen Exerzierplatzes befindet sich der Block 13. Das auch als „Uhrengebäude“ bezeichnete Gebäude, nimmt in der Nähe des Denkmalensembles eine Sonderstellung ein.

Viele Besucher beim „Tag der offenen Tür „am 21.07.2019 hielten das Gebäude auf den ersten Blick, bedingt durch Aussehen und Fassadengestaltung, für einen Teil des Denkmalensembles. Das Gebäude wurde ursprünglich in der sogenannten norddeutschen Backsteingotik gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Und tatsächlich ist in einigen Mauerteilen von Block 13 auch noch historisches Material (Ziegel) zu finden.

Ein Blick in die jüngere Geschichte der Alanbrooke Kaserne zeigt allerdings, dass es sich bei Block 13 nur um einen Nachbau in historischem Baustil handelt, also gewissermaßen um eine Fälschung.
In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 1990 brannte das damals von den britischen Streitkräften als Army-Shop und Kasino genutzte Gebäude vollständig aus. Lediglich die Außenfassaden überstanden das Feuer, wurden aber durch die Hitzeentwicklung so stark beschädigt, dass sie akut einsturzgefährdet waren und abgerissen werden mussten.
Das Gebäude wurde anschließend optisch nach historischem Vorbild wiederaufgebaut, teilweise unter Verwendung der bereits angesprochenen Originalziegel.

Im Zuge der Vorbereitungen für die Bau- und Rückbaumaßnahmen auf dem Alanbrooke-Areal, hat die zuständige Untere Denkmalbehörde (UDB), gemeinsam mit dem Denkmalpflegeamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), den Block 13 hinsichtlich seines Denkmalwertes untersucht, u.a. in einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin.
Da es sich aber um ein in den 90er Jahren errichtetes Gebäude handelt, welches lediglich nach historischem Vorbild erbaut wurde und nur minimal originale Bausubstanz beinhaltet, bestätigen die Experten dem Gebäude einvernehmlich keinen Denkmalwert. Der Denkmalwert eines Gebäudes, der ja die Pflicht zur Erhaltung mit sich bringt, ist zwingend an die Originalsubstanz geknüpft.

Das Gebäude liegt quer zum neu entstehenden zentralen Grünzug, der in Nord-Süd-Richtung das grüne Rückgrat des Quartiers bildet. Block 13 wird darum im Rahmen der anstehenden Baumaßnahmen abgerissen. Die im Mauerwerk verbauten historischen Originalziegel werden dabei separiert und eingelagert, um für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen an den elf denkmalgeschützten Gebäuden genutzt werden zu können.